VERAS, diese sperrige Abkürzung für «Verkehrsinfrastruktur-Entwicklung Raum Suhr» hat es für unseren Bezirk Kulm in sich.

A-1-Anschluss: Aarau «first», das Wynental steht zuhinterst an…

Standpunkt des Kulmer Freisinn vom 10. September 2020

Vergangenen Juni schrieb ich an dieser Stelle, dass der Aargauer Regierungsrat die Vernehmlassung für VERAS (Ost- und Südumfahrung Suhr) startet. Die FDP Bezirk Kulm nahm daran teil und befürwortete grundsätzlich die Vorlage. Wir hielten jedoch klar fest, dass ein direkter A1-Anschluss in Suhr/Gränichen für das Wynental das Ziel sein muss. Weitere Parteien haben sich ebenfalls dahingehend geäussert.

 

Am letzten Freitag hat nun der Regierungsrat die Botschaft zuhanden des Grossen Rates verabschiedet. Wenn man die 57-seitige Vorlage liest, ist man als Wynentaler einfach nur noch gefrustet. Der direkte A1-Anschluss in Suhr/Gränichen fand sage und schreibe auf einer Seite Platz! Wenn nun noch der kantonale Leiter der Abteilung Verkehr sich in der Aargauer Zeitung zitieren lässt, der Anschluss gäbe «letztlich mehr Verkehr in Suhr, zum Beispiel vom Zentrum Aarau oder vom Raum Entfelden», da läuft es mir als Wynentaler schon kalt den Rücken runter. Hat nicht Entfelden bereits einen eigenen Anschluss in beide Richtungen und das Zentrum Aarau Richtung Bern ebenfalls in Entfelden und Richtung Zürich die bestehende T5 mit Anschluss in Hunzenschwil?

 

Vertiefte Abklärungen mit Hand und Fuss fehlen gänzlich: Wie steht das Bundesamt für Strassen (ASTRA) zu dieser zusätzlichen Autobahnein- und ausfahrt? Gibt es eine offizielle Stellungnahme? Wie teuer kommt ein direkter Anschluss – auch im Verhältnis zum nun vorgeschlagenen Projekt mit ca. 207 Millionen Franken – zu stehen? Die heutigen Verkehrsströme wurden im Detail gemessen und auf das jetzige Projekt hochgerechnet. Wie wirkt sich ein direkter Anschluss konkret auf die möglichen Verkehrsströme aus? Wie sieht eine Kombination von VERAS und Halbanschluss Richtung Zürich aus? Alles Fragen, welche unbeantwortet bleiben.

 

Die Vorlage wird noch dieses Jahr im Grossen Rat behandelt. Sämtliche Grossräte von Menziken bis Gränichen sind nun gefordert, sich für das Wynental einzusetzen und zumindest eine saubere, vertiefte Analyse zu verlangen. Das gesamtkantonale Interesse ist gross. Die 10 Wynentaler Talgemeinden beziehen für das laufende Jahr über 14 Millionen Franken Finanz- und Lastenausgleich, Tendenz steigend. Zur Erinnerung: Im ganzen Kanton Aargau zahlen 70 Gemeinden rund 62 Millionen Franken ein. Der direkte Autobahnanschluss Wynental würde es uns ermöglichen, attraktive Arbeitsplätze zu behalten, neue zu gewinnen und insbesondere steuerkräftigere Einwohner anzuziehen. Das entlastet wirkungsvoll die Gemeinden im ganzen Kanton. So müssen unsere Grossräte argumentieren und ich gehe davon aus, dass sich auf diesem Weg das eine oder andere Grossratsmitglied überzeugen lässt.

Endlich A1-Anschluss Wynental realisieren!

Standpunkt des Kulmer Freisinn vom 12. Juni 2020

Alle Wynentaler Pendler kennen den tagtäglichen Stau in Suhr. Nicht nur die Pendler sind mittlerweile betroffen, auch am Wochenende im Freizeitverkehr staut sich der Verkehr regelmässig. Seit Jahrzehnten wird über eine Verbesserung diskutiert, politisiert, entschieden, aber gebaut wurde nie. In den letzten Jahren zeichnete sich die Ost- und Südumfahrung als Lösung ab und nun verbindet der Kanton Aargau die beiden Umfahrungen und spricht von VERAS.

VERAS, diese sperrige Abkürzung für «Verkehrsinfrastruktur-Entwicklung Raum Suhr» hat es für unseren Bezirk Kulm in sich. Der Kanton Aargau plant dabei die Optimierung des Verkehrs im Raum Suhr. Das Ziel einer Verkehrsentlastung im Raum Suhr sowie das vorliegende Projekt unterstützt die FDP Bezirk Kulm vorbehaltslos.

Jedoch zeigt sich einmal mehr, dass das Wynental auf der politischen Landkarte des Kanton Aargau inexistent ist! Das Wynental – als einziges Aargauer Südtal nicht an die A1 angeschlossen – hinkt der wirtschaftlichen Entwicklung dem Aargau hinterher. Ein Grund ist die ungenügende Anbindung an die Autobahn. Neben einer schnelleren Erreichbarkeit zu den Agglomerationen Bern und Zürich fehlt für unsere KMU insbesondere der Pool für qualifizierte Arbeitskräfte.Mit VERAS wird nun der schon lange geplante Anschluss an die A1 in Suhr aus dem kantonalen Richtplan gestrichen. Der Verkehr gelange mit VERAS schneller auf den Autobahnzubringer T5 in Buchs und der Bund plane eine Verbesserung des T5-Anschlusses an die A1 in Hunzenschwil (Aarau-Ost). Abgesehen davon, dass die Anbindung über die T5 mit dem Umweg keine Verbesserung Richtung Zürich darstellt, ist die Aussage des Bundes mit dem erwähnten verbesserten Anschluss so vage wie die Wetterprognose für heute in einem Jahr.

 

Die FDP Bezirk Kulm kämpft weiterhin für einen direkten A1-Anschluss «Wynental» in Gränichen/Suhr. Unsere Forderung ist beim Kanton Aargau im Rahmen der Anhörung platziert und wir erwarten klar, dass einerseits die Streichung des Anschlusses im Richtplan nicht vorgenommen und andererseits sich der Kanton mit voller Kraft beim Bund für den direkten A1-Anschluss einsetzen wird.

 

"Das Wynental –
als einziges Aargauer Südtal
nicht an die A1 angeschlossen –
hinkt der wirtschaftlichen
Entwicklung dem Aargau hinterher."